Stellungnahme der SPD-Bürgergemeinschaft Kirchehrenbach zur geplanten Ostspange


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Kirchehrenbach – SPD-Bürgergemeinschaft und alle SPD Arbeitskreise beschließen einstimmig Resolution:
- die Ortsumfahrung Forchheim darf nicht zu Lasten der Kirchehrenbacher Bürger gehen           
- die Ostspange darf nicht auf Kirchehrenbacher Flur gebaut werden
- das Staatliche Bauamt Bamberg muss aktuelle Verkehrszahlen vorliegen.                                         
Nach regen und intensiven Diskussionen wurde bei der Vorstandsitzung aller SPD Arbeitkreise und der SPD-Bürgergemeinschaft, im Gasthaus Sponsel, klar Stellung bezogen und unmissverständlich erklärt, dass die Ortsumfahrung Forchheim nicht zu Lasten der Kirchehrenbacher Bürger gehen darf! Das heißt im Klartext: Die Ostspange darf nicht auf Kircherhenbacher Flur gebaut werden!
Da derzeit mit  Zahlen von Verkehrszählungen aus dem Jahre 1998/99 gearbeitet wird und diese nicht mehr aussagefähig genug für eine heute zu erstellenden Bedarfsplan sind, ist die SPD der Meinung, dass auf neues Zahlenmaterial seitens des staatlichen Baumamtes Bamberg gewartet werden muss.                                        

Gemeinderat Rainer Gebhardt:  „Wir fordern eine ausgiebig angelegte Verkehrszählung mit Befragungen über Herkunft und Ziel der Benutzer der Bayreuther / Reuther Straße, denn nur für diese Straße ist es relevant eine Ortsumfahrung zu bauen. Solange die Südumfahrung nicht in Betrieb ist, sollte hier eine Grundlage geschaffen werden, die zum Vergleich mit den Daten dienen kann, die dann nach der Eröffnung der Ortsumfahrung Süd zu erheben sind.“
Genauso fehlen über eine Vegetationsperiode (zwei Jahre) im beplanten Gebiet die entsprechenden Daten. Die Auswertung einer Naturschutz-Verträglichkeitsprüfung ist erforderlich. Sie fehlt bislang.  Die SPD–Bürgergemeinschaft ist der Meinung, dass die Ostspange keine Entlastung für Kirchehrenbach sondern eher eine Belastung bringt. Nicht bedarfsnotwendig besser ausgebaute Straßen bringen zwangsläufig mehr Verkehr. Der Durchgangsverkehr durch Kirchehrenbach wird geprägt von Pendlern aus dem Bereich des Trubachtales, aus Egloffstein und Umgebung. Diesen Verkehr wird man durch den Bau der Ostspange nicht aus Kirchehrenbach umleiten können oder wegbringen. Sollte jedoch die Trasse der Ostspange nahe an Kirchehrenbacher Flur zum Tragen kommen, wird zusätzlicher Verkehr von der bestehenden Bundesstraße B 470 an die Orstgrenzen geholt.  Mit der Ostspange brummt auch der Schwerlastverkehr, Tag und Nacht. Ein zusätzliches Verkehrsaufkommen durch „Mautflüchtlinge“ und ein Verkehrschaos beim Nadelöhr Ebermannstadt werden die Folgen sein.
Für die SPD-Bürgergemeinschaft gilt:  Es  ist weiterhin zu schützen was schützenswert ist. Gemeinderätin Elke Albert: „Neben wertvollen Biotopen im unteren Wiesenttal sind das unsere Ressourcen an Wasser und Boden für die Zukunft von Kirchehrenbach. Es gilt daher einen Trassenverlauf durch das Trinkwasserschutzgebiet zu verhindern. Wir fordern gleiches Recht wie die Stadt Forchheim, die ja eine kurze Anbindung über die Flurstücke Zweg vehement ablehnt. Oder ist ein Trinkwasserschutzgebiet in Kirchehrenbach weniger wert als in Forchheim?“
Gemeinderat Siggi Adami:  „Zu schützen und zu bewahren ist auch unser Kirchehrenbacher Friedhof, mit seiner geplanten Erweiterung nach Westen.  Auch hier kann und darf es nicht sein, dass eine Straße den Friedhof schneidet bzw. den Friedhof durch das geplante Straßenband  vom Ort trennt.                                          
Gemeinderat Rainer Gebhardt: „Eine weiter im Westen gelegene Überquerung des Wiesenttales hätte für die Landwirtschaft und unsere Bauern verheerende Auswirkungen. Die Straße müsste auf jeden Fall hochwasser-sicher ausgebaut werden. Die raumgreifende Dammschüttung würde ein häufigeres und flächendeckendes Einstauen der stromaufwärts gelegenen landwirtschaftlichen Nutzflächen bewirken. Bestehende Hochwasserschutzmaßnahmen wie der „Scheffat Ranger“, würden verloren gehen und Kirchehrenbachs wertvollstes Ackerland würde massiv abgewertet werden. Der Landverlust, der eine Trasse, die nicht auf bestehende Trassen zurückgreift, mit sich bringt, ist für die SPD Kirchehrenbach und SPD-Bürgergemeinschaft nicht tragbar.

Resümee: Auf grund der genannten Gründe sind SPD-Gemeinderäte und für die SPD-Bürgergemeinschaft die Ostspange der Ortsumfahrung Forchheims sehr kritisch  zu hinterfragen. Die noch zu bringenden aktuellen Daten des Staatlichen Bauamtes Bamberg müssen sehr genau überprüft werden, bevor man dem Bau einer Variante zustimmen kann.
Wenn die Ostspange politisch gewollt ist, dann muss die Trasse ortsnah an Forchheim vorbeigeführt werden, möglichst auf bestehenden Trassen mit kurzen Anbindungen an die jetzige B470. Der Naturschutzgedanke, die aufgeführten Gründe und die prognostizierte demografische Entwicklung der Fränkischen Schweiz lassen die Ostspange der Südumgehung Forchheim jedoch in ein sehr zwiespätiges Licht rücken.