Besuch der Synagoge und des Judenfriedhofes in Ermreuth am 09.10.2011


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Judenfriedhof Ermreuth

Zum Besuch der Synagoge und des Judenfriedhofes Ermreuth hat die SPD-Bürgergemeinschaft im Rahmen ihres Kulturprogrammes am Sonntag, 09.10. 2011 eingeladen.

Frau Dr. Rajaa Nadler führte uns nach einer kurzen Einleitung in die Synagoge. Sie erklärte uns die Bedeutung verschiedener Zeichen und Symbole. Der zentrale Ort einer Synagoge ist die Bima, für das Vorlesen der Thorarollen. Der Thoraschrein in der Ostwand beinhaltet die Thora.
Sie erzählte auch vom Dachboden der Synagoge, der "Genisa" in der trotz Zerstörung viele wertvolle Papier-und Textilienobjekte bei der Renovierung gefunden wurden. Die Synagoge war eine der bedeutendsten und größten Dorfsynagogen in Oberfranken. In der Pogromnacht des 9. November 1938 wurde sie geschändet, wegen ihrer Lage im eng bebauten Ortskern jedoch weder gebrandschatzt noch gesprengt.
Während der Kriegsjahre diente sie den Nazis als Lagerraum. 1954 verkaufte sie der Freistaat Bayern an die Raiffeisenkasse in Ermreuth. Bis zu ihrem Weiterverkauf an den Markt Neunkirchen am Brand im Jahr 1974 wurde die Synagoge seitens der Raiffeisengenossenschaft als Lager für landwirtschaftliche Maschinen u.ä. zweckentfremdet und erfuhr massive architektonische Veränderungen.
1989 gründeten der Landkreis Forchheim und der Markt Neunkirchen am Brand einen Zweckverband zur Erhaltung und Sanierung des Bauwerks. Nach mehrjährigen Restaurierungsarbeiten fand am 19. Juni 1994 die feierliche Wiedereinweihung des alt-neuen Gotteshauses statt.

Anschließend besuchten wir den 1711 angelegten Friedhof der jüdischen Gemeinde auf dem Heinbühl nordwestlich von Ermreuth. Von den ehemals vermutlich rund 500 Gräbern sind heute nur noch 223 erkennbar, von denen das älteste auf das Jahr  1717/18 zurückreicht. Die letzten beiden Beerdigungen, an deren Grabstellen keine Grabsteine mehr aufgestellt werden konnten, fanden 1936 und 1937 statt. Seitdem gilt der Friedhof als geschlossen. Zwischen 1936 und 1938 wurde er geschändet und erfuhr wesentliche Veränderungen, die man bis heute erkennen kann.

Ein echtes Kulturschmankerl war die Klezmer-Gruppe "A tickle in the heart" und die Sängerin Andrea Pancur. Es zeigte sich wie facetten- und abwechslungsreif sich Klezmermusik repräsentiert.

Der Sängerin Andrea Pancur könnte man stundenlang zuhören. Ihre kraftvollen Lieder über Liebe, Leidenschaft und zur Hochzeit erreichten die Herzen des Publikums. Das Publikum verabschiedete die Gruppe auch mit tosenden Beifall und erklatschte mehrere Zugaben.

Herzlichen Dank an Dr. Raaja Nadler für ihre engagierte und hoch interessante Führung.